Sonntag, 25. September 2016



Deutschland, Bad Hersfeld (Hessen):
Stiftsruine, 1038 - 1144 erbaut.



Hinter diesen zum Teil dicken Mauern ...



... in einem weitläufigen Park ...


 

... am Westrand der Altstadt der Kurstadt Bad Hersfeld ...



... befindet sich Europas größte romanische Ruine.



Hier die genaue Lage des Parks und der Kirchenruine
(im Bild links unten der große grüne Bereich).



Die frühromanischen Basilika St. Wigbert
gehörte früher zur benediktinischen Reichsabtei Hersfeld.

1561 predigte Luther hier,
1606 wurde sie im Zuge der Reformation aufgegeben.

Die Stiftskirche und die meisten Klostergebäude
wurden schließlich 1761 im Siebenjährigen Krieg von den Franzosen zerstört.



Wenn man die Ruine eingehender besichtigen will,
geht es durch dieses mittlerweile verkleinerte romanische Rundbogenportal
mit seinem schönen farblichen Steinwechsel ...



... zur Kassa in die Vorhalle der ehemaligen Kirche.



Erst von hier aus lässt sich 
die einstige Größe dieser Kirche erahnen, ...



... deren Ruinen seit 1951 alljährlich von Juni bis August
für die Bad Hersfelder Festspiele genutzt werden.



Die Westseite mit dem Nordturm ...



... und der hohen Westapsis ist noch relativ vollständig erhalten,
auf den Turm darf man auch hinauf steigen.



Schon imposant, dass dieses Mauerwerk ...



... zum Teil bereits 900 Jahre oder älter ist.



Bis zu 1.600 Personen finden in dieser Arena Platz,
ein mobiles Dach schützt bei Regen.



Oben im Turm sind die Biforien ...



... vorbildlich restauriert.



Von hier hat man eine herrliche Aussicht über die Altstadt ...



... sowie über das imposante Querhaus.



Die hohen Mauern des Mittelschiffs stehen heute nicht mehr, 
dafür sind die Wände der Seitenschiffe als Begrenzung erhalten.



Bereits um 736 errichtete Sturmius hier eine Einsiedelei.

Zwischen 769 und 775 gründete der Mainzer Erzbischof Lullus 
das Benediktinerkloster Hersfeld als Gegenkloster zu Fulda,
775 stellte es Karl der Große unter seinen Schutz.

831 wurde das Fundament für eine große Kirche gelegt,
die 850 von Rabanus Maurus geweiht wurde.

Dieser Bau fiel 1038 einem Brand zum Opfer,
mit einem Neubau wurde sofort danach begonnen.

 

Die Hauptweihe der neuen Kirche fand 1144 statt.

St. Wigbert war damals gemäß ihrer reichspolitischen Bedeutung
eine der größten Kirchen Deutschlands,
in der Kaiser und Könige aus und ein gingen.



Hier die große Ostapsis, der lange Chor
und das nördliche Querhaus mit seiner kleinen Apsis im Bild.



Rechts unten sind noch dieses romanische Portal
und ein Biforium daneben erhalten.



Noch heute beeindrucken diese hohen Mauern ...



... wie hier der Chor und das südliche Querschiff,
das ebenfalls noch seine kleine Apsis besitzt.



Nachdem die Kirche bei einem Brand 1038 zerstört worden war, ...



... wurde im Osten davon eiligst dieser neue Turm für die Glocken gebaut.



Dieser wird heute Katharinenturm genannt.



Heute ist davon nur noch eine erhalten, 
diese ist jedoch die älteste Glocke Deutschlands aus 1040:
die so genannte Lullusglocke.

Sie wird heute nur noch zu feierlichen Anlässen geläutet:

Am 16. Oktober, zum Todestag des Lullus,
des ersten Abtes der Abtei Hersfeld,
zu Neujahr sowie zu hohen kirchlichen Festen 
wie Weihnachten und Ostern.



Die heute noch existenten Gebäude,
die aus den ehemaligen Klosterbauten hervorgegangen sind, ...



... werden als Museum genützt.



Dieses schließt ans südliche Querhaus an
und weist als heutigen Eingang ...



... noch Teile des ehemaligen Kreuzgangs des Klosters auf.



Im Museum sind noch diese mittelalterliche Holzdecke ...



... sowie dieses alte Holzkreuz erhalten.



Auch Teile der Krypta sind noch auf diesem Foto zu sehen.



Hier noch ein altes Klostergewölbe ...



... sowie ein mittelalterliches Steinkreuz.



Die Ruine diente den Hersfeldern noch bis ins 19. Jhdt. als Steinbruch, 
erst ab 1828 wurden erste Maßnahmen zu deren Erhaltung getroffen.

Heute hat ihr 3.000 m² großes Areal
durch die jährlichen Festspiele eine würdige Nutzung gefunden.





Unbedingt ansehen!! 









Mittwoch, 21. September 2016



Deutschland, Petersberg bei Fulda (Hessen):
Kirche St. Peter und Krypta, 1. Hälfte 9. Jhdt.



Schon von Weitem sichtbar ...
 


... ist diese ehemalige Klosterkirche, ...



... die auf dem Petersberg nahe Fulda steht.




 Von hier aus kann man das Fuldaer Becken gut überblicken.



Das Benediktinerkloster,
das der Fuldaer Abt Rabanus Maurus um 830 errichten ließ, ...




... wurde 1802 säkularisiert,
von den Stiftsgebäuden ist heute nichts mehr übrig.

836 ließ Rabanus Maurus 
den Leib der Hl. Lioba von Tauberbischofsheim 
von der Fuldaer Stiftskirche in die Krypta überführen,
weshalb diese Kirche auch "Liobakirche" genannt wird.




Obwohl die Kirche mehrfach umgebaut wurde,
sind die alten dreiteiligen Fenster aus der Karolinger Zeit,
die zur Krypta gehören, noch gut erhalten und zu sehen.



Wegen vieler Unruhen und Überfälle während der Bauernkriege 
wurden rund um das Kloster Wehrmauern errichtet. 

Die Gebeine der Hl. Lioba wurden zur Sicherheit
wieder in die Stiftskirche nach Fulda gebracht.



Eine weitere Besonderheit dieser Kirche ist eine 
für diese Region einmalige Dachstuhlkonstruktion,
die man sonst nur in südlichen Gefilden findet
und die noch original aus dem 15. bis 16. Jhdt. erhalten ist.



 Das romanische Langhaus wurde 1479 ...



... durch eine einschiffige, spätgotische Halle ersetzt.
 


Der massive romanische Turm im Westen 
blieb aber erhalten.



Der Zugang zur Kirche befindet sich hier im Süden.



Das Innere überrascht mit seinem dunkelrosa Farbton.



In den Jahren 2004 - 2007 fand eine Generalsanierung der Kirche statt.



Ungewöhnlich ist auch diese Holzkassettendecke ...



... mit den runden und ovalen Gemälden darin.



Schön ist, dass diese alten Steinreliefs, ...



... die sicherlich aus der Entstehungszeit von St. Peter stammen, ...



 ... in die Wände eingelassen sind 
und durch die rote Wandfarbe besonders schön zur Geltung kommen.


 

Hier ein alter Grabstein.



Dieser Flechtstein, der hier für den Ambo verwendet wurde,
ist mit seinem Muster charakteristisch für die Karolinger-Zeit.



Der weiße Chorraum mit seiner Kuppel hingegen
sowie der überladene Barockaltar
wirken in dieser alten Kirche nicht ganz passend.



 In einer Seitenkapelle befindet sich ein alter Taufkessel.





Diese Gewölbe der Krypta ...



... gehören zu den ältesten oberirdischen Kirchenbauten Deutschlands ...





... und enthalten die ältesten erhaltenen Wandmalereien des Landes.



Von diesem Gang aus ...



gehen drei Apsiden ab, 
die alle jeweils mit einem Altar versehen sind. 



Hinter dem Altar der mittleren Apsis
befindet sich seit 1995 wieder der Sarkophag der Hl. Lioba,
der goldene Schrein rechts darüber ist ihr Kopfreliquiar.  



Aus der ehemaligen Orangerie gegenüber der Kirche
entstand ein neues Klostergebäude, die Cella St. Lioba:
Somit ist auch das klösterliche Leben wieder hergestellt.





Sehenswert!