Sonntag, 15. Januar 2017


Deutschland, Magdeburg (Sachsen-Anhalt):
Ehemaliges Kloster Unser Lieben Frauen, 
1129 fertig gestellt 



Ein wahres romanisches Juwel 
ist diese ehemalige Kirche mit ihrem einmaligen Kreuzgang, ...



 ... in dem heute das Kunstmuseum von Magdeburg untergebracht ist.



Das Westwerk der ehemaligen Klosterkirche St. Marien ...



... erinnert mit seinen runden Türmen stark an 
die romanischen Kirchen im nahen Gernrode oder in Maastricht.



Das Obergeschoss weist jede Menge Biforien auf.



Das Kloster wurde um 1015 bis 1018
durch den Magdeburger Erzbischof Gero als Kollegiatstift gegründet
und mit Chorherren besetzt. 



Erzbischof Werner ließ das Kloster um 1063/64 neu errichten:

Es entstand eine dreischiffige, flachgedeckte Basilika,
in der selbst 1078 beigesetzt wurde.



Die Bauarbeiten an der neuen Basilika gerieten in Verzögerung,
wurden jedoch nach der Weihe
Norbert von Xantens zum Erzbischof wieder fortgesetzt.



Im Jahr 1129 übereignete Erzbischof Norbert von Xanten
das Kloster dem neu gegründeten Prämonstratenserorden.



In dieser Zeit erfolgte mit der Errichtung der beiden Kirchtürme
die Fertigstellung der Kirche.



Die Bronzetür des romanischen Südportals
ist allerdings eine Arbeit des zeitgenössischen Künstlers Waldemar Grzimek ...



... mit dem Titel "Gefahren und Kreatur".



Im Jahr 1500 wurde das Chorgewölbe erneuert
und die Chorfenster wurden vergrößert.

1696 - 1700 wurden die Hauptapsis
und die südliche Chormauer wiederaufgebaut,
wobei spitzbogige Fenster eingebaut wurden.



Dabei blieb nur die südliche Nebenapsis ...



... nahezu in ihrem Originalzustand erhalten.



Schon beim Stadtbrand von 1188 erlitt die Marienkirche Schäden, ...



... sodass im Zuge der Reparatur- und Umbauarbeiten
an der Stelle der nördlichen Nebenapsis
diese Hochsäulige Kapelle entstand.

Die Knabenfigur aus Bronze ist ein Exponat des Kunstmuseums, ...



... dessen Zugang sich an der Nordseite befindet, ...



... wo Heinrich Apel das Bronzeportal einfallsreich gestaltet hat.



1129 - zeitgleich mit der Marienkirche -
 wurden auch der zweigeschossige Kreuzgang, ...



... das Brunnenhaus
sowie das Sommer- und Winterrefektorium vollendet.



So entstand einer der schönsten romanischen Kreuzgänge,
die es in Deutschland noch gibt.



Seine umfangreiche Restaurierung fand von 1925 - 1926 statt.



Das zweistöckige Brunnenhaus ...



... vor dem Ostflügel ist ein wahres romanisches Unikat
mit seinem spitzen, steinernen Kegeldach.



Es wird vermutet, dass der Rundbau ursprünglich ...



... nur vom Obergeschoss aus zugänglich war.



Innen haben beide Geschosse Kuppelgewölbe.



Zwei starke Strebepfeiler stützen das Brunnenhaus ab.



Der Innenhof des Kreuzgangs wird immer wieder ...



... für Veranstaltungen genutzt.



Hinter dem Südflügel ...



... ist die Marienkirche zu sehen ...



... mit der Ostseite ihres markanten Westwerks.



Hinter diesem Eck mit seinen wunderschönen Triforien ...




... befindet sich die nachträglich angebaute, hochsäulige Kapelle,
von der heute nicht mehr bekannt ist, wozu sie einmal diente.



1188 erhielt sie ihr Kreuzgratgewölbe, ...



... das auf sechs hohen, schlanken Säulen ruht,
die paarweise gleich gestaltet sind:
achteckig, quadratisch und rund.



Die Kapelle ist durch ...



... Biforien vom Kreuzgang abgetrennt, ...



... die jeweils auf schlanken, 
z.T. dunklen Zwillingssäulen ruhen.



Der Kreuzgang ist tatsächlich ...



... an allen vier Seiten noch im Originalzustand erhalten ...



... und weist unten Triforien und oben Biforien 
mit jeweils einer gemeinsamen Arkade darüber auf.



Im Kreuzgang sind zahlreiche Exponate des Museums ausgestellt,
wie hier der "Schlafende Junge" von Franziska Schwarzbach,
den sie 1985 aus Sandstein schuf.



Vom Kreuzgang aus ist auch ...



... die Krypta zugänglich.



Leider darf man sie aber nicht betreten, ...



... da der Estrich angeblich noch aus dem 11. Jhdt. stammt
und daher überaus empfindlich ist.



Die ehemalige Marienkirche wurde innen 1220 - 1240 umgebaut,
um gotische Elemente einzuführen.


 
So entstand im Mittelschiff ein Kreuzrippengewölbe ...



... und in den Seitenschiffen Kreuzgratgewölbe.


Der romanische Charakter der Kirche blieb jedoch erhalten.



Im Langhaus wurden die Säulen durch Pfeiler ersetzt,
wobei zum Teil die Säulenschäfte erhalten blieben.



1907 erfolgte der Einbau einer Orgel, ...



... die interessanter Weise im Chor ihren Platz fand
und dort für Konzerte zur Verfügung steht.



Die ehemaligen Klosterräume ...



... wie hier eines der beiden früher existenten Refektorien ...



... werden für Ausstellungszwecke genutzt.



Dabei sind auch Objekte ...



... in den ehemaligen Kellergewölben ausgestellt ...



... wie hier im 2. Untergeschoss.



Die Gewölbe wurden aber inzwischen mit Beton gesichert.



Hier sechs Apostel aus einem Altarretabel
vom Anfang des 15. Jhdts. ...



... oder hier ein Papst mit Tiara.



Zum Abschluss noch 
eine Skulptur vor der ehemaligen Klosterkirche:



"Junger Sportler (Liegender Knabe)", 
1974 geschaffen von Wilfried Fitzenreiter (1932 - 2008).






Dieses ehemalige Kloster

ist absolutes Muss 
für jeden Romanik-Fan!