Samstag, 9. Dezember 2017


Italien, Plaiano (Sardinien, Provinz Sassari):
Kirchlein San Michele, Ende 11. Jhdt. erbaut
 


 Diese kleine Kirche ist das älteste romanische Bauwerk
in der Gegend um Sassari und gehört zur Pfarre
"Nostra Signora del Latte Dolce".



Sie steht ungefähr 9 km von Sassari entfernt
in einem kleinen Tal des Flüsschens Silis,
liegt heute etwa 1 m unter dem Straßenniveau
und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert.



Nur das Westportal und die Nordseite
sind noch weitgehend original erhalten.



Die Kirche ist aus hellen Sandsteinquadern errichtet
und nur von einigen Ziegeleinlagen im Fischgrätmuster unterbrochen
(Fachbezeichnung "opus spicatum"- hier extra eine Großaufnahme davon).



San Michele wurde in drei Bauphasen erbaut:

Zur ersten um 1082 gehören die Mauern der Nordseite
mit graduierten Rundbogenfenstern und -friesen.



Aus dieser stammen wohl auch noch die Auflagen der Rundbogenfriese,
wobei das rechte natürlich renoviert und ersetzt wurde.



Die Apsis wurde leider mittlerweile zerstört
und an der Südseite wurde eine Fabrik angebaut.



Aus der zweiten Bauphase stammen
der Teil der Nordseite mit dem ovalen Rundbogenfenster 
(s. auf dem Foto hier ganz rechts) ...



... sowie die Westfassade.



Diese ist optisch in zwei Teile geteilt ...



.. . und speziell im oberen Bereich
zusätzlich mit geometrischen Mustern verziert.



In der Mitte des Giebels ist ein Biforium zu finden,
das heute stark renoviert ist.



 Innen ist das einschiffige Haus mit Holz gedeckt ...



... und ziemlich schmucklos gehalten.

Ab 1115 ging die Kirche an die Kamaldulenser von San Zeno,
die die Kirche in Richtung Osten erweiterten.

Um 1127 wurde die ehemalige Abtei schließlich
in das Erzbistum von Torres integriert.











Mittwoch, 6. Dezember 2017


Italien, Tergu (Sardinien, Provinz Sassari):
Pfarrkirche Nostra Signora, 1117 geweiht



Mitten im Ort Tergu 
und umgeben von einer Steinmauer ...



... ist diese Pfarrkirche zu finden.



Sie ist der Rest einer Benediktinerabtei,
die vom Richter von Torres, Mariano I. von Lacon-Gunale,
der von 1065 - 1082 regierte, gegründet worden war.



Die Kirche wurde von lombardischen 
und pisanischen Baumeistern erbaut.



Ihr Äußeres ist aus rotem Trachyt,
weiße Sandsteine wurden zur Dekoration verwendet.



Ihr Areal wird durch einen 
noch erhaltenen Steinbogen betreten, ...



... der am großen Platz an der Viale dei Benedettini liegt. 



Die Westfassade ist in zwei Teile geteilt:



Unten befindet sich ein Sockel, 
aus dem zwei Eckpfeiler sowie zwei Blendsäulen aufsteigen
und in Rundbögen münden.

Im mittleren Bogen befindet sich das Portal,
dessen Kapitelle mit Akantusblättern geschmückt sind.



Darüber gibt es fünf Rundbögen,
anr denen sich geometrisch eingelegte Muster befinden.

Speziell sind auch die beiden äußeren Säulen,
die im Zickzackmuster gestaltet sind.



Der Mittelbogen hat eine filigran gearbeitete Rosette.



An der Nordseite erhebt sich der massive Campanile, ...



... der einen quadratischen Grundriss hat.



Die Seitenwände der Kirche sind durch Lisenen strukturiert,
die von Rundbogenfriesen bekrönt sind.



Die Kirche selbst ist in Form eines lateinischen Kreuzes erbaut
mit einem Kirchenschiff und einem Querschiff in Form eines T.



Die Apsis ist ebenfalls quadratisch ...



... und wurde 1664 rekonstruiert.



Das restliche Kirchenschiff ist noch original erhalten.



Ebenfalls 1664 wurde das Kirchenschiff eingewölbt,
was aber später wieder rückgängig gemacht wurde.



Heute ist es mit Holz gedeckt,
wie es ursprünglich für romanische Kirchen üblich war. 



Hier die beiden Querschiffe, 
deren leichtes Spitzbogengewölbe man belassen hat.



Diese Seitenkapelle wurde nachträglich angebaut.



Ansonsten ist das Mauerwerk innen eher schlicht.



An der Nordseite gibt es noch ein weiteres Portal.



1444 gelangten Kirche wie Kloster in den Besitz
der Erzdiözese von Sassari.






 Unbedingt ansehen!





 



Montag, 4. Dezember 2017


Italien, Bulzi (Sardinien, Provinz Sassari):
Kirche San Pietro delle Immagini (o del Crocifisso), 
12. Jhdt.




Diese romanische Kirche liegt ziemlich abgelegen
inmitten der Wiesen und Felsen ...



... der Landschaft von "Anglona" im Gemeindegebiet von Bulzi.



Ihr Namen "Hl. Petrus von den Bildern" 
leitet sich womöglich von dem Altarbild ab,
das in ihrem Inneren gefunden wurde, ...



... oder von dem kleinen Relief, ...



... das sich im Tympanon ...



... über ihrem Westportal befindet. 

Owohl man nicht sicher ist, was dieses genau darstellt, 
geht man davon aus, dass es der Hl. Benedikt zu seinem Todeszeitpunkt
mit zweien seiner Schüler ist - wie dies traditionell dargestellt wird.



Das Äußere von San Pietro
 ist gekennzeichnet durch eine zweifärbige Fassade,
die mit hellen Kalksteinbögen verziert ist.



 Die Kirche wurde in drei Bauphasen errichtet:
Begonnen wurde sie um 1050,
weitere Um- und Zubauten folgten um 1120 bzw. um 1225.

 

Dabei wurden jeweils unterschiedliche Steingrößen verwendet:

Kleinere helle, eher grob behauene Steine zu Beginn,
dann eher mittelgroße und besser zugeschliffene dunkle in der zweiten 
und schließlich fein gearbeitete in der dritten Bauperiode.



Erst in der letzten Phase wurden das Querschiff,
die Apsis und die Westfassade errichtet.


Die Apsis ist nach Nordosten ausgerichtet.



 Die hellen Steinreihen sind aus hellem Kalkstein,
die dunklen aus vulkanischem Trachyt.



 Die einschiffige Kirche
ist im pisanisch-romanischen Stil erbaut, ...



... ihr Grundriss ist ein lateinisches Kreuz,
das leicht unregelmäßig ist.



Die beiden Querschiffe an der Ostseite ...



... sind niedriger als das lange Mittelschiff.



Interessant ist, dass mit der Zweifärbigkeit ...



... eigentlich nur in der Westfassade gespielt wird,
die restliche Kirche ist weitestgehend einfärbig
mit nur wenigen hellen Steinen gestaltet.



Die Westfassade ist dreiteilig und die Reihen
von hellen und dunklen Steinen wechseln sich hier ab.



Das Kircheninnere ist heute ziemlich karg,
da einige Ausstattungsstücke Diebstählen zum Opfer fielen.



Das bedeutendste Ausstattungsstück 
war eine Gruppe von bunten Holzfiguren,
die die Kreuzabnahme Jesu darstellte und jenen ähnelte,
die in Latio und der Toskana im 12. und 13. Jhdt. hergestellt wurden.

Diese steht heute in der Pfarrkirche von Bulzi.





Sehenswert,

wenn auch derzeit 

wegen Renovierungsarbeiten eine Baustelle!